, Akos Istvan

Zehn Jahre Brauerzunft Region Basel

Am 1. April 2026 feierte die Brauerzunft Region Basel im Balser Grossratssaal in würdigem Rahmen ihr zehjähriges Jubiläum.

Claude Giger hat den Anlass fotografisch begleitet, hier seine Bilder

 

Protokoll der Mitgliederversammlung vom Mittwoch, 1. April 2026
17.30 Uhr im Rathaus Basel
Anwesend: Werner Ackermann, Istvan Akos, Usula Akos, Katrin Appenzeller, Freddie Balmer,
Pio Baltisberger, Léonie Bécheiraz, Dänny Beck, Birgit Berchtold, Ingo Blum, Roland Uwe Braun,
Daniel Bürgi, Bruno Campana, Thomas Dähler, Rosita Ehinger, Jolanda Ehrensperger,
Heidi Eichenlaub, Alberto Fabbri, Nico Figini, Pierino Flückiger, Kurt A. Flury, Beda Flury,
Tobias Giel, Georges Gorsy, Edy Gysin, Marcel Haffner, Wilfried Heiber, Heidy Heiber,
André Paul Hofer, Ulle Hürlimann, Admir Imsirovic, Daniel Iseli, Roland Jäger, Düdü Jost,
Bruno Kamber, Fano Kämpfer, Martin Klotz, Felix Labhart, Dänu Leuenberger, Dominique Martin,
Marcel Meppiel, Beat Michel, Michael Oberlin, Tonie B. Oester, Hans-Rudolf Roth, Laurin Rothen,
Beat Saxer, Manfred Schadock, Monika Schadock, Mathias Schmid, Denise Schneider,
Peter Schneider, Robert Schneider, Michi Schwizer, Maddalena Sieber, Bernhard Stücklin,
Sandra Stücklin, Sabine Suter, Marcel Thiele, Andi Thummel, Markus Vogt, Stefan von Büren,
Joachim Weiss, Monica Wicki, Rolf Wicki, Ruedi Wolf, Heinz Zaugg, René Zoller.
Gäste: Regierungsrat Kaspar Sutter (Vorsteher Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt),
Marcel Kreber (Direktor Bierbrauerverband).

Begrüssung
Istvan Akos begrüsst die Anwesenden zum zehnjährigen Jubiläum der Brauerzunft Region Basel.
Es freut ihn sehr, dass die Kantonsregierung Freude an unserer Zunft hat und uns der
Wirtschaftsminister persönlich die Ehre erweist.
Regierungsrat Kaspar Sutter richtet ein launiges Grusswort der Basler Regierung aus und
gratuliert der Brauerzunft zum zehnjährigen Jubiläum. Er hebt dabei die Bedeutung der regionalen
Bierkultur für die lokale Wirtschaft hervor, der er als Wirtschaftsminister besonders begrüsse.
Regierungsrat Sutter streift kurz die Geschichte des Bierbrauen in Basel und den Zerfall des
Bierkartells vor einigen Jahren. Dieser war ein Glücksfall für die Basler Bierszene. Das Anliegen
der Brauerzunft, dass an offiziellen Anlässen regionale Biere kredenzt werden, freue ihn und die
Petition war berechtigt. Er weist aber darauf hin, dass der Staatswein nicht mehr aus dem
Markgräflerland komme, sondern jährlich neu ausgeschrieben und beurteilt werde von einer
kompetenten Jury, der er auch angehöre. Das Bier sei ein Bestandteil der Basler Kultur und er
bedanke sich namens der Regierung bei der Brauerzunft für Ihren Einsatz und wünsche ihr
weiterhin frohes Gedeihen [anhaltender Applaus].

1. Genehmigung des Protokolls
Istvan Akos beantragt die Genehmigung des Protokolls. Die Abstimmung erfolgt durch
Handzeichen, da die Inbetriebnahme der Abstimmungsanlage im Rathaus aufwändig wäre und
das e-Voting in Basel ohnehin einen schweren Stand hat. [Heiterkeit]
Beschluss: Das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung vom Dienstag, 8. April 2025, um
19.00 Uhr bei Unser Bier wird ohne Gegenstimme genehmigt.


2. Rechenschaftsbericht: Jahresbericht, Jahresrechnung und Revisionsbericht
Istvan Akos präsentiert in Anbetracht des Jubiläumsanlasses einen etwas ausführlicheren
Jahresbericht.
Nachdem wir Ende 2024 die Kleinstbrauerei NordSud von Richi Waldis in Rheinfelden besucht
hatten, sind wir im März 2025 am gleichen Ort ins grosse Schloss und haben dort geschaut, was in
einem neuen Besucherzentrum alles möglich ist, wenn Geld keine grosse Rolle spielt.
Die Mitgliederversammlung 2025 fand am 8. April bei Unser Bier statt. Gastredner war Aurel
Meyer, CEO der Brauerei Locher. Wir waren beeindruckt von der Innovationskraft der Appenzeller
Brauerei. Vor 30 Jahren war sie eine mittelständische Brauerei, heute ist sie ein wichtiger Player
auf dem Schweizer Biermarkt. Und sie ist trotz ihrer Grösse ein sympathisches Unternehmen.
Der Zunfttag am 20. September führte uns in die ehemalige Zellulosefabrik Attisholz geführt hat,
dann durch die Verenaschlucht zum Einsiedler und ins Restaurant Kreuzen, wo wir das mit
Kräutern aromatisierte Wyssestein-Bier genossen. Nach einer unterhaltsamen und informativen
Führung durch die Ambassadorenstand landeten wir bei Öuifi, wo uns Gründer Alex Künzli mit
guten Bieren und guten Geschichten empfing.
Den Schlusspunkt des Vereinsjahres setzte unsere Biersommelière Monica Wicki. Sie entführt die
Teilnehmenden im Rahmen einer Verkostung ins Reich der Müncher Helle. Einige Zünftige
nahmen bei Jan Czerny an den geführten Verkostungen teil.
Er rekapituliert kurz die Tätigkeiten der Brauerzunft in den letzten zehn Jahren: Es gibt fast keine
Brauerei in Basel und Umgebung, die wir nicht besucht haben und es gibt fast kein Bier aus der
Region, das wir nicht verkostet haben. Und unsere Bildungsreisen führten uns nach Freiburg im
Breisgau, nach Zürich, ins Welschland, nach München, nach Bamberg, zu Martin Wartmann ins
Kloster Fischingen. Er freut sich sehr darüber, dass die Biere von unseren Zünftigen immer mit
Verstand genossen werden.
Basel war immer eine Weinstadt. Die rund 100 Brauer, die es im Laufe der Basler Biergeschichte
hab, hatten kein einfaches Leben. Es war schwierig, eine Bewilligung zu bekommen, die Brauer
wurden ungerecht besteuert, Bier gab es nur im Sommer und wo Wein ausgeschenkt wurde, durfte
kein Bier angeboten werden. Die beiden weinbezogenen Zünfte schauten schon, dass ihnen keine
Konkurrenz entstand. Das hörte erst auf, als Napoleon mit der Vorherrschaft der Zünfte aufräumte
und später die Gewerbefreiheit eingeführt wurde.
Was ihn in letzter Zeit umtreibe, sei die Biersteuer. Die wurde 1934 als Gestänkesteuer eingeführt,
weil dem Bund das Geld fehlte. Aber die Winzer erreichten nach einigen Jahren, dass sie nicht
mehr bezahlen mussten. Doch die Brauereien, die zahlen seither jedes Jahr erkleckliche Summen.
Allein 2025 waren es rund 100 Millionen Franken. Die Kleinen zahlen zwar weniger als die
Grossen, aber die fast 70'000 Franken, die zum Beispiel Unser Bier letztes Jahr nach Bern
überwies, hätte die Brauerei besser verwenden können. Und die Winzer müssen nicht nur nichts
zahlen, die bekommen viel Geld vom Bund (sie haben ja auch einen Vertreter im Bundesrat).
Wenn 1000 biersteuerpflichtige Braustätten nur je 100 Unterschriften sammeln, dann sind die
100'000 Unterschriften für die nationale Initiative zur Abschaffung der ungerechten Biersteuer
schnell beisammen. Unser Brauerzunft könnte auch einen Beitrag dazu leisten. Für die Petition,
dass hier im Rathaus Bier von Kleinbrauereien aus Basel und Umgebung und nicht von
Grossbetrieben kredenzt wird, hat sie 1100 Unterschriften gesammelt.


Dominique Martin präsentiert die Jahresrechnung mit einem erfreulichen Ergebnis: die Einnahmen
beliefen sich auf CHF 14’755.40, zusammengesetzt aus Mitgliederbeiträgen von CHF 11’000,
Spenden von CHF 161 sowie Unkostenbeiträgen von CHF 3’594 – hauptsächlich vom Zunfttag.
Dem gegenüber stehen Ausgaben von CHF 9’335 für Vereinsanlässe und Verwaltung sowie
CHF 93 Finanzaufwand. Daraus resultiert für das Jahr 2025 ein Gewinn von CHF 5’327.30
Das Vereinsvermögen ist somit von CHF 18’081 auf CHF 23’408.25 gewachsen. Die Bilanz ist
schuldenfrei. Die Revisoren haben die Jahresrechnung geprüft und empfehlen euch, diese zu
genehmigen. Sie beantrage der Generalversammlung, die Jahresrechnung 2025 zu genehmigen.
Beschluss: die Jahresrechnung und der Jahresbericht werden einstimmig genehmigt.


3. Décharge des Vorstandes
Istvan Akos weist daraufhin, dass der Revisionsbericht schriftlich vorliegt, und bittet um
Déchargeerteilung für den Vorstand. Er bedank sich bei den Mitgliedern des Vorstandes für die
gute Zusammenarbeit: Dominique Martin, Thomas Dähler, Lukas Holm, Markus Vogt und Thomas
Rooch leiten alle gute Arbeit und es mache Freude, mit diesem Vorstand zu arbeiten.
Beschluss: dem Vorstand wird einstimmig die Décharge erteilt.


4. Wiederwahl der Revisoren
Istvan Akos beantragt, die beiden Revisoren Beat Michel und Nico Figini erneut für ein Jahr zu
wählen.
Beschluss: Beat Michel und Nico Figini werden einstimmig für ein weiteres Jahr als Revisoren
gewählt.


5. Festlegung des Mitgliederbeitrages
Istvan Akos beantragt, den Mitgliederbeitrag weiterhin bei Fr. 100 zu belassen.
Beschluss: Der Mitgliederbeitrag wird weiterhin bei Fr. 100 belassen.


6. Zunftaktivitäten 2026
Istvan Akos repliziert kurz die vorgesehenen Aktivitäten der Brauerzunft für 2026:
Der nächste Anlass wird am Tag des Bieres, am Freitag, 24. April, sein: Stamm in Nuglar beim
Schwarzbuebebier. Der Anlass ist kein gefreuter: Martin Klotz, der auch hier ist, beendet seine
Brautätigkeit. Für uns ein Grund, ein letztes Mal nach Nuglar zu pilgern.
Ende Mai sind wir auf unserer Weiterbildungsreise nach Köln, Düsseldorf und ins Ruhrgebiet. Das
Programm ist hochgeladen auf unsere Website, bis Ende April kann man/frau sich noch anmelden.
Im Herbst sei ein eintägiger Ausflug zu Brauereien in den Schwarzwald vorgesehen. Mehr Infos
dazu gebe es später.
Beat Michel erkundigt sich nach dem Programm für den Zunfttag.
Istvan Akos präzisiert, dass die Exkursion in den Schwarzwald als Zunfttag gestaltet werde.
Kurt A. Flury stellt die Frage, ob die früher angekündigte Reise nach Appenzell stattfinde.
Istvan Akos erklärt, dass der Vorstand nochmals aufgrund des langen Anreiseweges von Basel
nach Appenzell und zurück entschieden habe, diese Exkursion für später als zweitägige
Weiterbildung ins Auge zu fassen.


7. Behandlung Anträge Mitglieder
Istvan Akos freut sich darüber, dass keine Anträge eingegangen seien.


8. Varia
Kurt A. Flury regt an, dass als Gegengewicht zum Waadtländer Winzer im Bundesrat unser Basler
Bundesrat Beat Jans motiviert werde, sich für die Bierkultur und gegen die Biersteuer einzusetzen.
Istvan Akos nimmt dieses Anliegen gerne auf.
Schluss des offiziellen Teils der Mitgliederversammlung: 18.10 Uhr.


Aktuelle Herausforderungen in der Bierbranche
Im Anschluss spricht der Direktor des Brauerei-Verbandes, Marcel Kreber, und beginnt mit einer
positiven Feststellung: Die Schweizer Bierlandschaft ist so vielfältig wie nie zuvor. In den letzten
Jahren hat sich die Zahl der Brauereien in der Schweiz vervielfacht. Wir zählen heute über 1’000
biersteuerpflichtige Brauereien. Der Wettbewerb sei aber intensiver geworden. Die Margen sind
unter Druck. Die Konsumenten sind neugierig – aber auch anspruchsvoll und weniger loyal. Die
Vielfalt sei eine Stärke, aber sie führe auch zu einer Fragmentierung des Marktes.
Er streift die grossen unternehmerischen Herausforderungen, welche sich dem Brauereigewerbe
aktuell stellen. Ein wichtiger Punkt sei der Wandel im Konsumverhalten. Die Menschen trinken
heute bewusster. Sie achten stärker auf Gesundheit, Nachhaltigkeit und Herkunft. Das ist
grundsätzlich eine positive Entwicklung. Für die Brauereien heisse das: Sie müssen ihr Sortiment
weiterentwickeln, neue Zielgruppen ansprechen und gleichzeitig ihre Identität bewahren. Er weist
darauf hin, dass die Biersteuer als Verbrauchssteuer in der Bundesverfassung verankert sei. Sie
betrage etwa 25 Rappen pro Liter. Dieser Betrag werde aber nur von den 5 Brauereien mit über
55'000 hl Ausstoss bezahlt. Die Brauereien bis 15'000 hl Ausstoss – also der allergrösste Teil der
Brauereien bezahlen aufgrund der im Biersteuergesetz verankerten Förderung 60 Prozent der 25
Rappen, sprich etwa 15 Rappen. Auf der anderen Seite steht die Weinbranche, die im Rahmen der
Agrarpolitik unterstützt wird: Die Weinbranche erhält Unterstützung, aber sie ist auch stark
reguliert.
Er endet mit drei Schlussgedanken:
• Die Bierbranche ist stark – aber sie muss geschlossen und innovativ auftreten.
• Die politischen Rahmenbedingungen sind nicht perfekt – aber sie sind gestaltbar.
• Die Zukunft gehört denjenigen, die Tradition und Innovation verbinden.
Istvan Akos bedankt sich bei Marcel Kreber für die spannenden Ausführungen.
Im Anschluss lädt die Brauerzunft im Vorzimmer zu einem Apéro Riche ein mit einem
Jubiläumsbier, gebraut von Bruno Campagna, Ulle Hürlimann und Rolf Wicki.


Für das Protokoll: Thomas Dähler

 

Protokoll der Mitgliederversammlung 2025

 Jahresrechnung 2025 und Revisionsbericht