, Istvan Akos

Hauptsach groossi Schnuure!

Mit anderhalbjähriger Verspätung feiert die BraubudeBasel ihr zehnjähriges Jubiläum.

Gleich an vier Abenden lud die BraubudeBasel BBB zum Jubiläumsfest in ihre kleine Birreria, die in einer ehemaligen Bäckerei an der Oetlingerstrasse im Kleinbasel untergebracht ist. So klein die Braubude ist, so laut und schrill macht sie sich in der Basler Bierszene bemerkbar. «Hauptsach groossi Schnuure» schreibt sie fett in ihrer 32-seitigen Jubiläumsbroschüre, die diesem Anspruch mit ihren immens vielen lustvollen Selbstdarstellungsbildern voll gerecht wird. Daneben ist eine gewisse Seriosität den elf voll basisdemokratisch agierenden Brauern und zwei Brauerinnen nicht abzusprechen. Die  Banker, Programmierer, Ökonomen, Psychologen und übrigen Vereinsmitglieder, die auch ehrenwerte Berufe bei der Novartis und sonstwo haben, die sich nebenher nicht nur trinkenderweise in die Welt der Biere eingearbeitet haben und nun engagiert auf kleinen Braumeister-Anlagen ihre ausgefallenen Biere brauen (z.B. Gurkenbier), führen einerseits wegen der Biersteuer penibel genau Buch über ihre Sude, anderseits aber auch, um aus alten Fehlern zu lernen und das nächste Mal beim Porter das Röstmalz nicht zu vergessen. Dank dem grossen Mundwerk ist natürlich das halbe Kleinbasel auf den rührigen Verein aufmerksam geworden. Als Folge kam in einigen Szenenlokalen ihr Bier an den Zapfhahn, was dazu führte, dass sie auf ihren kleinen Anlagen (50 Liter) ständig die gleichen Biere in grossen Mengen brauen mussten. Das aber verkleinerte bei einem Ausstoss von 100 Hektolitern den Spassfaktor dermassen, dass die (Gurken)truppe beschloss, die gross nachgefragten Biere in anderen Brauereien in grösseren Mengen brauen zu lassen. Seither frönen sie wieder ihrer unbändigen Experimentierlust und setzen einen einmaligen Sud nach dem andern an – sei es mit Himbeeren, Löwenzahn, Äpfeln, Aprikosen, Mango, Heidelbeeren, Hanf oder was auch immer. Aber immer auch mit etwas Malz und Hopfen. Aktuell sind sie bei Sud Nr. 1728 angelangt. Ihr Vorteil anderen Brauereien gegenüber: Da sie von all dem nur wenig brauen, geht in der Birreria während der Öffnungszeiten von Mittwoch- bis Samstagabend auch das gewagteste und versalzenste Bier garantiert weg.