, Markus Vogt
Hard Labor Brew jetzt im Klybeck zu Hause - Bierbrauen ist harte Arbeit
Im Untergeschoss einer ehemaligen Produktionshalle der Novartis ist Hard Labor Brew seit fast einem Jahr zu Hause, im Klybeck-Quartier, das vor einem Umbruch steht. Hier betreibt Ivo Rutz seine Brauerei.
Das Interieur ist das Übliche, das einem in einer Brauerei erwartet. Braukessel, Steuerungsanlage, Bierlager, Theke, Zapfhähne, Sitzgelegenheiten für Events, die man hier starten kann. Bis jetzt war Ivo Rutz hauptsächlich damit beschäftigt, die Brauerei einzurichten, weshalb andere Aktivitäten wie die Kunden-Acquisition und Marketing etwas warten mussten.
Hard Labor Brew ist im Wesentlichen ein Ein-Mann-Betrieb, wobei es im Hintergrund schon noch die eine oder andere helfende Hand gibt. Brauen, Finanzen, Administration, Auslieferung, das alles macht Ivo Rutz selber. Er hat einst eine Lehre als Papiertechnologe absolviert, doch dieser Beruf gefiel ihm nicht. Er bildete sich weiter in IT (Informationstechnologie) und wurde zum Software-Entwickler. Das behagte ihm schon viel besser. Und als er zum Geburtstag ein Bierbrauer-Set geschenkt bekam, packte ihn das Interesse am Gerstensaft. Sein erstes Bier habe fürchterlich geschmeckt, worauf er es genau wissen wollte. Er besorgte sich die nötigen Informationen, recherchierte alles Mögliche und begann in der Küche mit einer 30-Liter-Anlage zu experimentieren.
Acht Haupt-Sorten Bier
Das funktionierte nicht schlecht, und so kaufte sich Ivo Rutz eine 200-Liter-Anlage und begann in Pratteln in grösserem Stil. «Ich merkte rasch, dass sich mein Bier verkaufen liess», erzählt er. Das Echo im Freundes- und Bekanntenkreis jedenfalls fiel sehr gut aus. Die Lokalität in Pratteln wurde zu eng, es war auch nur eine Zwischennutzung, und als er raus musste, wollte er auch gleich vergrössern.
Am neuen Standort im Klybeckquartier hat er nun eine Kapazität von 1000 Litern und kann im Dreikesselsystem brauen. Der 34-jährige Selfmade-Unternehmer denkt, dass er es dieses Jahr auf eine Menge von 20'000 bis 30'000 Litern bringen kann. Auch dieser Standort ist eine Zwischennutzung.
Zu seinem Sortiment gehören acht Hauptsorten, nämlich Blond Ale, Pale Ale, IPA, NEIPA, Witbier (belgisch), Double Ambrée, Double Blonde, Plum Sour und Double IPA. Dazu kommen fassgereifte Biere, Saisonspezialitäten und ein «Whiskey Barrel Aged Imperial Stout» mit einem Alkoholgehalt von 9,5 Prozent. Sein Bierstil sei amerikanisch und belgisch ausgerichtet, fügt er noch an. Seine Biere sind im Onlineshop erhältlich, aber auch schon in einzelnen Läden. Er will sich auch um mehr Laufkundschaft bemühen, aber das sei immer noch schwierig.
Der Name übrigens ergab sich nach einer Diskussion mit einem Freund aus Holland. Dieser fand, das sei doch harte Arbeit», «hard labor», was ihm gefiel. Ivo Rutz leitete davon auch das Motto seiner Brauerei ab: «Hard Labor, Easy Drinking». Prost!
www.hardlaborbrew.ch